Mahnverfahren

 

Durch das Mahnverfahren kann schnell ein vollstreckbarer Titel erlangt werden, sofern kein Widerspruch des Schuldners zu erwarten ist.

Wegen eines Anspruchs, der die Zahlung einer bestimmten Geldforderung zum Gegenstand hat, kann anstelle der Klageerhebung der Erlass eines Mahnbescheides beantragt werden. Gesetzlich normiert ist das Mahnverfahren in den §§ 688 BGB.

 

Vorteile des Mahnverfahrens

Die Vorteile eines Mahnverfahrens liegen auf der Hand. Zum einen sind die einzuzahlenden Gerichtskosten immens günstiger, zum anderen kostet es dem Antragsteller kaum Zeit, da eine aufwendige mündliche Verhandlung vermieden wird.

Bei einem zivilrechtlichen Verfahren wird das Gericht erst tätig, wenn die Gerichtskosten eingezahlt werden, welche vom jeweiligen Gebührenstreitwert abhängig sind. Der Gebührenstreitwert wiederum hängt vom Streitwert des jeweiligen Streitgegenstandes ab. Für das Mahnverfahren muss der Gebührenstreitwert mit 0,5 multipliziert werden, bei einem Klageverfahren ist dagegen mit einer Gerichtsgebühr zu rechnen, welche das Dreifache des Gebührenstreitwertes beträgt.

Bei einem Mahnverfahren wird der Antragsteller nur einmal tätig, wenn er einen Mahnantrag an das zuständige Gericht schickt. Wenn der Abzumahnende keinen Widerspruch einlegt, wird der Mahnbescheid nach Ablauf einer Widerspruchsfrist zu einem sogenannten Vollstreckungsbescheid. Ein solcher ist dann sofort vollstreckbar, da er einem Versäumnisurteil gleichsteht.

Der Antragsteller kann über das Mahnverfahren mit minimalen Aufwand eine größtmögliche Wirkung erzielen, da er mit dem Vollstreckungsbescheid einen Titel in den Händen hält.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Anspruch nicht begründet werden muss, da es in diesem Stadium nicht auf eine Rechtmäßigkeit des erhobenen An